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Zur Kundennähe gehört auch das persönliche Treffen

Was unterscheidet die Arbeit bei einem gewerblichen Immobilienfinanzierer wie der Aareal Bank von den klassischen Vorstellungen, die man von einer Bank hat? Zum Jubiläum haben wir diese Frage Kolleginnen und Kollegen gestellt, die als Quereinsteiger aus anderen Berufen und Branchen zu uns gekommen sind. Wie haben sie ihren Weg gemacht? Wie geht es Nicht-Bankern in einer Bank?

Matthias Tietz ist kein typischer Banker. Der langjährige Tourismusexperte hat die Branche gewechselt und ist heute im Travel-Management der Aareal Bank für die Planung und Buchung von Geschäftsreisen zuständig. Neben Effizienz rückt dabei auch immer stärker die Nachhaltigkeit in den Blick. 

Redaktion: Herr Tietz, als Sie Ende 2020 ins Travel-Management der Bank kamen, hatten Sie schon viel Erfahrung im Reisebusiness gesammelt. Erzählen Sie uns kurz von Ihren Stationen? 

Matthias Tietz: Schon als Kind war ich fasziniert von fremden Ländern, Kulturen und Sprachen. Meine Ausbildung habe ich bei einem Reiseveranstalter im Sauerland gemacht. Im Jahr 2000 bin ich nach Mainz gezogen. Damals suchte die Stadt einen Travelpartner für das Netzwerk der „Great Wine Capitals“, einem internationalen Zusammenschluss von Weinregionen. Ich lernte Weinregionen in der ganzen Welt kennen und konnte meine Sprachkenntnisse weiter intensivieren. 

Redaktion: Was hat Sie dann nach so einem schönen Job dazu bewogen, bei einer Bank zu arbeiten?  

Matthias Tietz: Auf die Stellenanzeige bin ich 2020 im Internet aufmerksam geworden, den Namen Aareal Bank kannte ich bis dahin nur aus der Zeitung. Nach 40 Jahren in der Touristik wollte ich beruflich etwas Neues starten. Ich erinnere mich noch, wie ich im ersten Video-Call meine Teamkollegen kennengelernt habe. Ich hatte mir eine Krawatte umgebunden und war sehr überrascht, wie ungezwungen alles zuging – übriges nicht nur in der Einkaufsabteilung selbst, sondern dann auch in der Zusammenarbeit mit meinen internen Kunden. Das hat mir die Entscheidung sehr leicht gemacht. 

Auf Geschäftsreisen ist vor allem Effizienz gefragt

Matthias Tietz

Redaktion: Einen „Clash of Cultures“ hat es also nicht gegeben. Dennoch gibt es sicherlich Unterschiede zwischen einem Urlaubsreisenden und den Kolleginnen und Kollegen, für die Sie heute Reisen zusammenstellen, oder? 

Matthias Tietz: Die Ansprüche sind ganz andere. Der Tourist sucht das Erlebnis und die kleinen Extras, er feilscht auch schon mal um ein paar Vorteile. Auf Geschäftsreisen geht es um nüchterne Effizienz: Schnell und ausgeruht zum Termin kommen, dazu ein Hotel, in dem man sich zwischendurch kurz entspannen kann, dann geht es ebenso schnörkellos wieder zurück. Vor allem kommt es darauf an, dass man keine Zeit verliert und dennoch unterwegs nicht unter unnötigen Stress gerät. Dabei helfen auch digitale Lösungen, die wir in unsere Prozesse integrieren  

Redaktion: Digitalisierte Abläufe sind also auch bei Ihnen ein wichtiges Thema. Welche weiteren Trends beobachten Sie aktuell im Geschäftsreisemarkt? 

Matthias Tietz: Nach den pandemiebedingten Kontakteinschränkungen der vergangenen Jahre nehmen die Geschäftsreisen inzwischen wieder deutlich zu. Der Anspruch der Aareal Bank ist es, nah an ihren Kunden und Märkten zu sein, dazu gehört auch der persönliche Kontakt auf Messen oder direkt beim Kunden. Auch wenn es um die Beurteilung eines zu finanzierenden Objekts geht, ist die reine „Papierform“ nach Zahlen nur eine Seite der Medaille. Der direkte Eindruck vor Ort und das persönliche Gespräch mit Planern und Betreibern bleiben unverzichtbar. 

Redaktion: Inwieweit ist auf diesen Geschäftsreisen inzwischen auch Nachhaltigkeit ein Thema? 

Matthias Tietz: Wir haben eine entsprechende Reiserichtlinie, ich stelle aber bei jeder Planung immer die Frage: Muss es ein Flug sein, oder lässt sich die Route auch schnell und bequem per Bahn zurücklegen? Welche Nachhaltigkeitskriterien erfüllt das Hotel? Hat es sich vielleicht schon über regenerative Energien weitgehend autark in der Energieversorgung gemacht?  
Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen mit Hotels, Airlines und der Bahn kann ich dann das optimale Angebot zusammenstellen. Dabei zählen auch kleine Nachhaltigkeitsaspekte, zum Beispiel wenn mir jemand nach seiner Reise erzählt, dass es im Hotel wenig Wegwerfprodukte gab – für solchen Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen sind wir immer sehr dankbar.

Die Mischung aus strukturierten Prozessen und offenem, tatkräftigem Miteinander habe ich auf Anhieb geschätzt 

Matthias Tietz

Redaktion: Bei diesem Teil Ihrer Arbeit hilft Ihnen sicherlich Ihre langjährige Erfahrung. Aber gab es auch Punkte, bei denen Sie dazu- oder umlernen mussten? 

Matthias Tietz: In einer Bank ist die Regulatorik mit den zugehörigen Dokumentationspflichten allgegenwärtig. Das Schöne ist jedoch, dass wir uns auch in diesen formalen Abläufen gegenseitig sehr unterstützen. Man kann jeden ansprechen, und bekommt immer eine freundliche Antwort. Ob das schon seit 100 Jahren so ist, kann ich nicht beurteilen – aber Kolleginnen und Kollegen, die schon sehr lange dabei sind, bestätigen mir, dass sie diese anpackende, offene Mentalität in der Bank seit jeher schätzen. Auch für mich ist das ein wichtiger Grund, dass ich mich hier rundum wohlfühle. Und meine Krawatte habe ich seit dem Bewerbungsgespräch jedenfalls nicht mehr gebraucht.